Mises en circulation News

7.6.10 | Inverkehrbringen

Bild_Zulassung
Bild: Europa

Die Europäische Kommission will die Regelung des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen ab dem nächsten Monat grundsätzlich überarbeiten. Einerseits soll der Anbau erleichtert werden, was einem Gentech-Anbau in einzelnen Mitgliedstaaten den Weg bereiten könnte. Im Gegenzug sollen aber die Mitgliedsstaaten den Anbau von Gentech-Pflanzen leichter verbieten können. Pro-Agro-Gentechnik Länder wie Spanien oder Holland könnten somit einen grossflächigem GVO-Anbau anstreben. Andererseits würden Länder wie Italien, Österreich oder Ungarn vermutlich den Anbau verbieten. Friends of the Earth Europe kommentierte die Absicht der EU Kommission wie folgt: Dies sei eine willkommene Gelegenheit für EU-Mitgliedstaaten, gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu verbieten, es sei aber auch eine Möglichkeit, die Türe für gewisse Mitgliedstaaten zu öffnen, um die Kultivierung von Gentech-Pflanzen zu fördern. Mensch und Umwelt seien nur dann von Gentech-Pflanzen geschützt, wenn mit EU-weiten Massnahmen die Verhinderung einer Kontamination von Lebens- und Futtermitteln sichergestellt würde. Bis solche Sicherheitsvorkehrungen vorliegen würden, brauche es ein sofortiges Verbot für den Anbau von Gentech-Pflanzen in der EU.

externer Link: EurActiv
externer Link: FoEE
externer Link: DG SANCO
externer Link: Tages-Anzeiger
externer Link: Reuters

18.5.2010 | Inverkehrbringen

Bild_Amflora
Bild: Auspflanzung der Amflora-Kartoffel in Bütow. BASF, amflora.basf.com

Mehr als 40 Verbände und Organisationen, darunter auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), wollen per Widerspruchsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof die Zulassung der Gentech-Kartoffel Amflora aufheben. Nach ihrer Ansicht verstösst die von der EU-Kommission erfolgte Zulassung der Gen-Kartoffel des Unternehmens BASF gegen EU-Recht. Da die Übertragung eines in der Amflora enthaltenen Antibiotikaresistenz-Gens auf Bakterien nicht ausgeschlossen sei, bestehe die Gefahr, dass wichtige Antibiotika ihre Wirksamkeit gegen bakterielle Krankheitserreger verlieren könnten. Zudem darf die Amflora-Kartoffel Lebensmittel legal bis zu 0,9 Prozent verunreinigen, ohne dass die Verbraucher davon erfahren.

externer Link: BUND
externer Link: Transgen.de

6.5.2010 | Inverkehrbringen

Bild_Mitgliedstaaten_3
Bild: dpa

Die EU-Kommission will mit einer Änderung im Gentechnik-Recht bewirken, dass die EU-Mitgliedstaaten selbst über den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen entscheiden können. Länder, die ihre Landwirtschaft gentechnikfrei halten wollen, sollen entsprechende Verbote erlassen dürfen. Ein Anbauverbot könne beispielsweise erreicht werden, indem Mindestabstände von 10 Kilometer zwischen Feldern mit Gentech-Pflanzen und konventionellen Pflanzen vorgeschrieben werden, was einen Gentechnik-Anbau in der Praxis unmöglich macht. Andererseits können sozioökonomische Kriterien als Begründung für ein Anbauverbot geltend gemacht werden, wie etwa Auswirkungen auf eine kleinräumige Landwirtschaft oder Imageschäden für regionale Produktion. Ob diese Lösung der Agro-Gentechnik in der EU Tor und Türen öffnet oder die Gentechnikfreiheit fördert, wird noch heftige Diskussionen auslösen.

externer Link: Euractiv.com
externer Link: Transgen.de

7.4.2010 | Inverkehrbringen

Bild_Verbot_Amflora
Bild: Versuchsfeld mit Kartoffeln.
Björn Lohmann/www.biosicherheit.de

Die EU-Kommission hatte anfangs Februar 2010 die Industrie-Gentech-Kartoffel Amflora der Firma BASF für die Stärkeproduktion zum Anbau zugelassen. Nachdem das österreichische Parlament einstimmig einen Anbau-Stopp empfohlen hatte, hat nun der Gesundheitsminister für die Gentech-Kartoffel «Amflora» ein nationales Anbauverbot in Österreich erlassen. Laut einem von Greenpeace in Auftrag gegeben Rechtsgutachten hat im Zweifel laut der geltenden Rechtssprechung der Schutz von Mensch und Umwelt mehr Gewicht als wirtschaftliche Interessen. Wissenschaftlichen Bedenken wegen des Antibiotika-Resistenz-Gens in der Kartoffel sowie eine fehlerhafte Umweltverträglichkeitsprüfung würde eine Anwendung des Vorsorgeprinzips erfordern.

externer Link: Salzburger Nachrichten
externer Link: Rechtsgutachten Greenpeace