Génétique humaine News

6.10.2011 | Humangenetik

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Bild: de.wikipedia.org

Der Basler Appell gegen Gentechnologie lehnt eine Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes zur Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ab. Mit der PID will man ein selektives Verfahren einführen, das weit reichende ethische und gesellschaftspolitische Auswirkungen hat. Die PID ist nicht eingrenzbar, das zeigt die internationale Praxis. Gecheckt wird jede Abweichung oder mögliche Krankheit, für die ein Test vorhanden ist: Getestet wird sogar auf die Veranlagung für bestimmte Krebsarten, die, wenn überhaupt, erst im späteren Leben auftreten könnten. Es gibt keine verlässlichen Untersuchungen, wie sich das Verfahren auf die anschliessend geborenen Kinder und deren Entwicklung auswirkt. Der Basler Appell gegen Gentechnologie lehnt auch die Voraussetzungen ab, unter denen eine PID in der Schweiz jetzt zugelassen werden soll. Die Kriterien, mit denen der Bundesrat eine Einschränkung erreichen will, halten wir für untauglich. Auch der zweite Entwurf des Bundesrats ist unserer Auffassung nach nicht geeignet, die fragwürdige Untersuchung von Embryonen im Reagenzglas angemessen zu regulieren. Der Basler Appell gegen Gentechnologie fordert den Bundesrat zum wiederholten Mal auf, eine gesellschaftliche Debatte über die ethischen Fragestellungen dieser Technologie zu initiieren.

externer Link: Basler Appell: Vernehmlassungsantwort

4.7.2011 | Humangenetik

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Embryonen im 2- und 4-Zellen-Stadium.
Bild: Minami Himemiya, de.wikipedia.org

Als Präimplantationsdiagnostik PID wird die genetische Untersuchung eines ausserhalb des Körpers erzeugten Embryos vor der Übertragung in die Gebärmutter der Frau bezeichnet. Der Bundesrat schlägt nun vor, das heute geltende Verbot der Präimplantationsdiagnostik im Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) durch eine geregelte Zulassung zu ersetzen. Dabei will der Bundesrat die strenge Zulassungsregelung für die PID beibehalten. Eine PID darf nur durchgeführt werden, wenn für das Kind aufgrund nachgewiesener genetischer Veranlagung beim Elternpaar die Gefahr einer schweren Erbkrankheit besteht, die sich nicht anders abwenden lässt. Für die Aufhebung des Verbots muss Artikel 119 der Bundesverfassung über Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie im Humanbereich geändert werden. Die Vorlage ging Ende Juni 2011 in die Vernehmlassung und dauert bis am 30. September 2011.

externer Link: Vernehmlassung über geregelte Zulassung
externer Link: Zulassung und Regelung der Präimplantationsdiagnostik
PDF: Entwurf zur Änderung von Artikel 119 BV

16.5.2011 | Humangenetik

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Ausgabe von einer automatischen DNA-Sequenziermaschine
wie sie im Humangenomprojekt zum Einsatz kam.
Bild: www.sciencemuseum.org.uk

Am 26. Juni 2000 haben Wissenschaftler angekündigt, dass sie den „ersten Entwurf“ des gesamten menschlichen Genoms vervollständigt haben. Dies sei der wichtigste je dagewesene wissenschaftliche Erfolg der Menschheit. Am 15. Februar 2001 wurde die Totalsequenzierung in den beiden renommierten Zeitschriften Nature und Science publiziert. Ausgehend von der Forschung des Humangenomprojekts gibt es mittlerweile viele weitere Forschungsprojekte wie zum Beispiel das 1000-Genome-Projekt. Oder im Proteom-Projekt sollen nebst der Entzifferung der Gene auch die Gesamtheit aller Proteine in Lebewesen entschlüsselt werden. Die grosse Hoffnung all dieser Forschungsprojekte ist der Sieg über Krankheiten. Ein Artikel in der englischen Zeitung Guardian besagt nun, dass die Erfolgsbilanz des Humangenomprojekts und seiner Folgeprojekte sehr bescheiden ausfällt. Die Formel, wonach ein falsches Gen eine Krankheit bestimmt, funktioniert in den meisten Fällen nicht. Schon im Jahre 2009 hätte einer der führenden Personen im Humangenomprojekt, Francis Collins, zugeben müssen, dass die Genetiker trotz mehr als 700 wissenschaftlichen Publikationen zum sequenzierten Genom und beinahe 100 Milliarden Dollar Ausgaben nicht mehr als eine bruchstückhafte genetische Grundlage zu menschlichen Krankheiten schaffen konnten.

externer Link: Guardian
externer Link: Nature vom 15. Februar 2011
externer Link: Science vom 15. Februar 2011
externer Link: Wikipedia: Humangenomprojekt
externer Link: 1000-Genome-Projekt
externer Link: Human Proteome Organisation